Ideensammlung zur Systemsicherung und Wiederherstellung

Wie Clemens berichtet und in einer Linksammlung zusammengestellt hat (Links von Daemon eingefügt) funktioniert die Wiederherstellung eines zerschossenen Systems manchmal nicht so einfach wie gedacht. Daher wäre es vielleicht nicht schlecht ein paar Ideen diesbezüglich zusammenzutragen.

Zuerst ein paar Backup Programme, welche komplette Partitionen sichern:

Backup (Live-ISO, Sicherung kompletter Partitionen):

Systemsicherung, Snapshot:

  • Timeshift (rsync oder BTRFS)

Datensynchronisierung bzw. -sicherung:

  • Grsync (GUI für rsync)

Um Windows-Partitonen mit Apart GTK direkt auf mein NAS zu sichern musste ich in der Live-ISO erst NFS nachinstallieren, was mich zu der Idee brachte auf dem Bootstick, welchen ich mit Ventoy nutze, eine separate Partition einzurichten in der ich ein paar Scripte speicher. Das könnte man auch für ein Rettungsmedium nutzen um sich Scripte oder auch Anleitungen abzulegen, wie man z.B. Grub wiederherstellt.

Die ESP (EFI System Partition) könnte man z.B. mit einem der Backup Live-ISO’s sichern, vor allem bei DualBoot Systemen mit Windows wäre es sicher nicht verkehrt.

Betreffend Ventoy habe ich Bedenken, weil jedes Mal, wenn ich darüber ein Manjaro neu installiert hatte, nach Start des neuen Systems das Passwort des Users fehlte / nicht akzeptiert wurde. Also ist es für mich in diesem Punkt unzuverlässig und bei elementar wichtigen Dingen wie Backups wäre ich daher vorsichtig, es zu benutzen.

Nach manchen Experimenten hier empfehle ich für das System-Backup RescueZilla. Es kann nicht nur eine Hardcopy des Systemlaufwerks - Sektor für Sektor - erstellen, sondern auch einzelne Partitionen sichern.

EDIT: Ferner kann es mit verschiedenen Kompressionsverfahren packen. Will man in ein kleineres Laufwerk wiederherstellen, muss das Backup erst nach einer Verkleinerung der Systemdisk mittels GParted erstellt werden, da RescueZilla keine Shrinking-Funktion beinhaltet.

RescueZilla kann aber keine einzelnen Volumes aus einer BTRFS-Installation sichern. Wer also /home nicht im Backup haben will, muss es auf eine separate Partition legen. Meine Idee: ein kleines Systemlaufwerk von z.B. 250 GB oder 500 GB reicht dicke auch für die fetteste Manjaro-Installation plus mehrere VMs. Darauf auch /home als BTRFS Volume. Aber alle Userdaten dann auf einem separaten Laufwerk, das dann auch mit dazu besser geeigneten Programmen gesichert werden kann. Hierzu habe ich mir Restic (extra) ausgesucht. Es nicht für die Sicherung des Systems gedacht. Es sichert Daten inkrementell und zugleich deduplizierend und kann automatisch in Zeitabständen ein Voll-Backup erstellen. Restic läuft als CLI-Programm, aber es gibt GUIs dazu wie z.B. Restic-Browser (AUR) und Backrest (AUR).

Timeshift würde ich, wegen der eingangs angesprochenen Hakeleien nur dann nutzen, wenn das System noch starten kann.

Das Ganze ist natürlich nur meine Ansicht und es gibt zahlreiche andere Meinungen, z.B. Snapshots mit Snapper zu erstellen oder statt Restic lieber Dedup usw. zu verwenden, nur um noch zwei Kandidaten zu nennen.

Das beste Backup bringt nichts, wenn die Wiederherstellung nicht funktioniert. Das muss mindestens genauso oft getestet werden wie das anfertigen des Backups ansich. Nennt sich „Disaster Recovery“!

Die meisten Firmen, und auch Privatnutzer, machen zwar Backups wie wild, aber es wird nie getestet ob die Wiederherstellung auch funktioniert.

@Daemon Da stimme ich dir voll zu! Und zugleich fühle ich mich ertappt. So einer bin ich auch… Bisher!

Was hindert mich? Ganz einfach: Die Angst davor, dass ich beim Zurückspielen des Backups mein System doch nicht wieder herstellen kann und dann wieder paar Tage Arbeit habe, ehe alles wieder geht oder bis ich es neu installiert und neu eingerichtet habe.

Aktuell läuft mein System auf einer 2 TB NVME. Um risikoarm testen zu können, müsste ich mindestens eine weitere 1TB NVME hier liegen haben und eine geshrinkte Version des RescueZilla Backups darauf schieben und schauen, ob es läuft. Weder habe ich solch eine NVME hier herum liegen oder Vergleichbares, noch habe ich bei den aktuellen Preisen das Kleingeld, mir mal eben eine zu kaufen. - - - Also schiebe ich es auf…

Es ist voll paradox: Gerade die Sorge, dass die Wiederherstellung evtl. nicht gelingen könnte, wäre ja gerade die Motivation dazu, es endlich auszuprobieren!!! :slight_smile:

@Daemon Dem stimme ich ebenfalls voll zu.

Was mich angeht, habe ich bei Rescuezilla und Apart GTK schon einige Male eine Sicherung zurückgespielt, allerdings ausschließlich Windows Partitionen (NTFS) und die ESP (FAT32). Diesbezüglich habe ich schon gewisses Vertrauen in die Software.

Mit Timeshift hatte ich unter Manjaro schon einige Male mein System auf einen vorherigen Zustand zurückgesetzt, ein- oder zweimal auch von einem Live-ISO aus. Allerdings ausschließlich bei EXT4 formatierten Partitionen.

Grsync habe ich erst vor kurzem eingesetzt. Ich habe erst probeweise einige Ordner erstellt und Dateien hineinkopiert um zu sehen wie die Parameter funktionieren und wie es sich beim Zurückspielen verhält. Erst danach habe ich es meine echten Daten anvertraut.

Das Recovery spielt man auch auf einem anderen Gerät auf, nicht auf dem gleichen. :wink:

Ich habe keine Angst das Recovery zu testen, ich hab nämlich kein Backup. :grin:

Spaß beiseite, aber das sollte man wirklich testen ob es sich auch zurückspielen lässt.