News: Die Lösung für farbrichtiges Drucken unter Linux (und MacOS und Windows) ist da: TurboPrint 3

Ich hatte mir Anfang des Jahres einen Tintentank-Drucker gekauft, um in Kleinauflage einiger 100 Stück Folder für mein Business drucken zu können. Es ändert sich immer so viel, sodass sich Offset ab ca. 1.000 Auflage nicht lohnt. Und Digitaldruck in Kleinauflage ist viel zu teuer. Es wurde ein Canon Maxify GX4050, den ich nur sehr empfehlen kann!

Leider druckt er auf Anhieb mit dem Canon-Originaltreiber oder auch mit dem CUPS driverless nicht farbrichtig. Ich hab zwei Hintergrund-Bilder im Folder und mein Portrait. Mit beiden Treibern wird alles etwas zu dunkel sowie blau-grün-stichig und in einem Maß, dass es qualitativ definitiv nicht ausreicht. Mir ist klar, dass ich einen einfachen Office-Drucker gekauft habe, der in erster Linie Präsentationen drucken soll, aber für Fotodruck erst mal nicht sonderlich geeignet ist.

Durch Webrecherche kam ich auf die Firma ZEDOnet.com, die einen Druckertreiber (TurboPrint für Linux) anbietet, der unter allen drei Betriebsystemen läuft und farbrichtiges Drucken unter Verwendung von ICC-Farbprofilen ermöglciht. Ich hatte früher eine kleine Werbeagentur und kenne mich daher mit Farbmanagement aus. Und diese Features von TurboPrint waren genau, was ich vermisst hatte und nirgends bisher finden konnte. TurboPrint ist für fast alle im Markt weiter verbreiteten Drucker erhältlich

Ich kaufte TurboPrint in Version 2 im März 2026 und machte meine Erfahrungen damit. Die Ergebnisse waren hinsichtlich farbrichtigem Druck so gut, wie ich es nicht von diesem einfachen Vierfarbdrucker für möglich gehalten hatte! Es übertraf meine besten Erwartungen. Und das für rund 80 Euro. Allerdings gab es doch noch einiges zu verbessern. Ich erhielt die Betaversion TurboPrint 3, die jetzt gerade in der endgültigen Version zum Verkauf angeboten wird.

Was dieses Programm leistet, bietet wirklich kein anderes: Was gedruckt werden soll, wird in einem Vorschaufenster angezeigt. Auf einen Klick hin wird dann eine Simulation des voraussichtlichen Druckergebnis auf dem Bildschirm angezeigt. So etwas nennt sich „Softproof“. Wenn einem dieser Softproof nicht gefällt, hat man trotz ICC-Profilierung noch die Möglichkeit durch zahlreiche Einstellungen das im Softproof angezeigte, voraussichtliche Druck-Ergebnis an die eigenen subjektiven Wünsche anzupassen.

Voraussetzung dafür, dass das alles funktioniert, ist die Profilierung des Druckers. Und damit man da nichts falsch macht, sind auch für diese Vorgänge im Programm Funktionen enthalten:

  1. Man legt einen Satz von verschiedenen Einstellungen als Druck-Profil an (Papiersorte, Druck-Auflösung, Begrenzung des maximalen Tintenauftrags usw.).
  2. Mit diesen Einstellungen druckt man Farbfelder aus und sendet diese Drucke an ZEDOnet.
  3. ZEDOnet misst die Farbfelder und somit auch eventuelle Abweichungen des Druckers vom Sollwert aus und erstellt daraus ein ICC-Profil (Datei) und sendet diese zu.
  4. Diese Datei wird dann in das für den Druck der Farbfelder angelegte Druck-Profil mit den Voreinstellungen eingelesen und gespeichert.
  5. Alle künftigen Drucke erfolgen dann mit diesem Druck-Profil in farbrichtiger Qualität.
  6. Braucht man mehrere Papiersorten und Druckauflösungen, muss für jede einzelne Kombination ein neues Profil erstellt werden.
  7. Solange man immer das gleiche Papier und die gleiche Tinte verwendet, bleiben die von ZEDOnet erstellten ICC-Profile gültig.

Diese Profilierung mit ICC-Profilen ist grundsätzlich und prinzipiell immer erforderlich, wenn man farbrichtig drucken möchte. TurboPrint kann man kostenfrei runter laden und 30 Tage lang ausprobieren. Das ist aber ohne ein solches ICC-Profil nur sinnvoll, um die Programmfunktionen kennen zu lernen. Um farbrichtigen Druck auszuprobieren, ist solch ein ICC-Profil erforderlich!

Eine Druckersoftware mit solch einem Funktionsumfang habe ich noch nirgendwo anders gesehen! Weil die bis jetzt zu wenig bekannt ist und ich auch sehr danach suchen musste, finde ich es richtig, davon hier zu berichten und diese auch wegen der überraschend guten Ergebnisse zu empfehlen, obwohl sie nicht kostenfrei zu bekommen ist. Und NEIN, ich bekomme keine Provision und keine sonstigen vergünstigen für meine Produkt-Rezension hier!

Nun noch kurz zur Technik:
Die meisten Drucker, die in RGB-Farbwerten angesteuert werden, beinhalten bereits eine Firmware, die die wichtige Umsetzung von RGB-Farbwerten nach CMYK-Druckfarben vornimmt. Wenn diese Umsetzung Mängel hat, können diese Mängel von einem Druckertreiber nur noch in begrenztem Umfang korrigiert werden. Dennoch bleibt meist viel Spielraum für Anpassungen durch Farbmanagement, weil diese Drucker ja auf verschiedenste Papiersorten einstellbar sind und dafür jeweils Anpassungen in der Treibersoftware vornehmen können müssen. Und genau diesen Spielraum nutzt eine Software wie TurboPrint aus.

TurboPrint beinhaltet also zunächst alle Befehle, auf die der Drucker reagieren soll (hier ist auch die Schnittstelle zu Ghostscript und CUPS) und setzt auf diesen „Sockel“ das Farbmanagement auf. Damit wird u.a. erreicht, dass man immer den TurboPrint-Dialog bekommt, egal aus welchem Programm heraus man drucken möchte. Nur so sind die richtigen Einstellungen beim Druck sicher gestellt.

Auf Wunsch kann man TurboPrint so einstellen, dass jedes zu druckende Dokument oder Foto nach dem Druckbefehl des jeweiligen Programms erst nach TurboPrint gesendet wird. Dort öffnet sich dann automatisch der sogenannte „Composer“, in dem eine Druckvorschau gezeigt wird – umschaltbar wahlweise als Vorschau, was in der Datei angelegt ist (als Sollwert) und umschaltbar auf die Druck-Vorschau (Softproof), wie voraussichtlich der Drucker das ganze Dokument drucken wird. Hier ist dann auch noch die oben erwähnte Feinabstimmung der Farben möglich. Aber normaler Weise braucht man da nichts mehr Abstimmen, weil das System ja durch ICC-Farbprofile genau eingemessen ist.

Und warum schreibe ich so viel und gebe meine Empfehlung hier? – Einfach aus der Begeisterung über ein rundum gelungenes Produkt. Ein Produkt, das noch zu wenig bekannt ist. Ein Produkt, nach dem gewiss schon viele gesucht haben.

Viel Freude damit!

Ich kenne Turboprint schon sehr lange. Früher hieß der Vertrieb Irseesoft . Die hatten schon damals für den Amiga ziemlich vernünftige Druckertreiber entwickelt. Ich habe aber auf dem Amiga nicht gedruckt und unter Linux nie Fotodruck benötigt, daher hatte ich Turboprint nie gekauft. Aber ich denke das ist wirklich eine Firma die Unterstützung verdient.

@Clemens Danke für deinen Erfahrungsbericht.

Leider kann man damit nur auf Tintenstrahldruckern drucken. Farblaser- oder Laserdrucker werden nicht unterstützt. Wenn der Treiber auch normale andere Drucker unterstützen würde, würde ich mir den auch kaufen. Schade, dass man für Laserdrucker dann wieder einen anderen Druckdialog hätte. Ich kenne den auch schon fast so lange, wie ich Linux nutze.

@Charly Das stimmt so nicht. Du kannst mit der TurboPrint Studio Version jeden Drucker profilieren und farbrichtig drucken, für den TurboPrint den passenden Treiber anbietet. Das Funktionsprinzip würde generell mit allen in RGB angesteuerten Druckern funktionieren, auch mit Laserprintern. Es ist aber richtig, dass TurboPrint mit dem Schwerpunkt Inkjet entwickelt wurde.

Es gibt aber auch die Version Studio und Studio XL. Damit kannst du auch Drucker ansteuern, die bereits einen eingebauten RIP haben und so direkt mit CMYK-Farbdefinitionen angesteuert werden. Damit kann man auch 7-Farb-Drucker und sogar Siebdruckmaschinen und Textildruck profilieren. Damit habe ich mich aber nicht beschäftigt, weil das alles nicht zu meinem Kern-Geschäft gehört. Hat man also einen Laserdrucker mit RIP, der in CMYK angesteuert wird, kann man die zweitgrößte oder die Maxi-Software von TurboPrint benutzen. Denn zum Ansteuern des RIP braucht es keinen Druckertreiber mehr. Dem RIP sende ich einfach eine Postscript-Datei oder bei manchen auch ein PDF.

Betreffend Druck-Dialog unter Linux: Das finde ich, ist eine kleine Katastrophe, weil jedes Programm eine andere UI anbietet. Und genau deshalb ist TurboPrint so genial: Man druckt zum TurboPrint-Drucker und erhält, wenn man diese Option aktiviert hat, eine Vorschau der Originaldatei im sogenannten Composer. Im Composer kann man dann auf Wunsch noch das voraussichtliche Druckergebnis simulieren lassen (Softproof) und dann drucken.

Alle sonst evtl. verwirrenden Einstellungen in den diversen Drucker-UIs fallen weg zu Gunsten der TurboPrint-UI. Ich nutze u.a. Scribus. Versuche da mal einen vernünftigen Druck heraus zu bekommen! Bei TurboPrint 2 war das noch umständlich. Bei Version 3 ist das hervorragend gelöst. Ein mal umgewöhnen und das passt dann für alle Druckvorgänge aus allen erdenklichen Programmen.

Ich habe mir übrigens die Pro Studio Version gegönnt, weil ich meine ICC-Profile selbst ausmessen und berechnen kann.