Hardwareunterstützung schwach? - Video-Rendering extrem langsam Thema ist als GELÖST markiert

Probleme bei der Installation von Hardware unter Manjaro Linux? Hier wird geholfen.</span
Antworten

Themen Author
Clemens
Forum Kenner
Forum Kenner
Beiträge: 163
Registriert: Donnerstag 9. Januar 2020, 18:16
Wohnort: Rottweil
CPU: Intel i5-7400
GPU: nVidia GTX 1650
Kernel: 5.5.19
DE: FXCE
GPU Treiber: Linux / nVidia free
Hat sich bedankt: 44 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Hardwareunterstützung schwach? - Video-Rendering extrem langsam

#1

#1 Beitrag von Clemens »

Ich hab ein XFCE-Manjaro auf folgender Harwdare:
MB: Asus Z170P
CPU i5-7400 (4 Kerne / 4 Threads) @ 3GHz
16 GB RAM
Grafik: Intel Onchip-Grafik HD Graphics 630 @ 2560 x 1440 / KabyLake GT2
--auf eine Grafikkarte habe ich bisher verzichtet, weil ich nur ab und zu Videos erstelle. (wg. Geräusch + Leistungsaufnahme + Kosten)
System auf: Samsung SSD 850, 500GB

Mit Kdenlive versuche ich gerade, Videoclips zu schneiden und zum Endprodukt zu rendern. Der Schnitt und was dazu gehört, läuft ruckelfrei und schnell. Aber das Rendern geht extrem langsam. Konkret:
  • Ein MP4-Test-Video (fertig geschnitten) in 1080p @ 50 fps von knapp 15 Minuten Dauer rendert in die gleiche Bildgröße und gleiche Framerate ungefähr 2:40 Stunden und ergibt eine MP4-Datei von 490 MB.
  • Das gleiche Test-Video, in der Bildgröße auf 720p @ 50 fps reduziert gerendert, dauert ungefähr 1 Stunde und ergibt eine Dateigröße von rund 230 MB.
Die CPU-Auslastung beim Rendern beträgt ca. 75%. Das RAM wird nur zu ca. 25% benutzt.

Daraus ergeben sich folgende Fragen:
  • Ist meine Hardware ungeeignet? Was müsste ich verbessern? Grafikkarte?
  • Könnte es sein, dass Kdenlive unter XFCE-Manjaro zu wenig Power entfalten kann?
  • Gibt es Einstellungen in Manjaro oder Kdenlive, mit denen ich die Render-Leistung verbessern kann?
Was haben Windows und ein U-Boot gemeinsam? – Sobald man auch nur ein Fenster öffnet, gehen die Probleme los.

Benutzeravatar

Jean-Paul
Forum Gott
Forum Gott
Beiträge: 263
Registriert: Sonntag 17. Dezember 2017, 18:19
Wohnort: Baden Württemberg
CPU: Intel Core i5-7400 - 4x 3.5GHz
GPU: AMD OLAND
Kernel: x86_64 Linux 5.4.43-1
DE: KDE 5.70.0 / Plasma 5.18.5
GPU Treiber: --
Hat sich bedankt: 28 Mal
Danksagung erhalten: 22 Mal

Re: Hardwareunterstützung schwach? - Video-Rendering extrem langsam

#2

#2 Beitrag von Jean-Paul »

Clemens hat geschrieben:
Dienstag 17. März 2020, 12:28
  • Könnte es sein, dass Kdenlive unter XFCE-Manjaro zu wenig Power entfalten kann?
Das habe ich auch festgestellt, als ich XFCE noch nutzte. Es stürzte sporadisch bei mir immer wieder mal ab. Jetzt bei KDE passierte das noch nicht. Inwieweit es aber bei der Nutzung von XFCE und Kdenlive einen Zusammenhang gibt, kann ich auch nicht beurteilen. Aber selbst 8GB RAM (bei mir) sollten dennoch reichen?..... Bei KDE reicht es ja schließlich auch.....
Freundliche Grüße
Jean-Paul

Why I use Manjaro Linux? Because my computer belongs to me and no company...


Themen Author
Clemens
Forum Kenner
Forum Kenner
Beiträge: 163
Registriert: Donnerstag 9. Januar 2020, 18:16
Wohnort: Rottweil
CPU: Intel i5-7400
GPU: nVidia GTX 1650
Kernel: 5.5.19
DE: FXCE
GPU Treiber: Linux / nVidia free
Hat sich bedankt: 44 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Hardwareunterstützung schwach? - Video-Rendering extrem langsam

#3

#3 Beitrag von Clemens »

Abstürze hatte ich bisher mit Kdenlive unter XFCE noch nicht. Ich habe aber XFCE mit ins Spiel gebracht, weil die mangelnde Performance ja auch damit zusammen hängen könnte.

Übrigens muss ich die Angabe des von Kdenlive beim Rendern benutzten Speicher korrigieren: Es werden nur erstaunliche 14% benutzt.

Ferner ergänze ich die Angabe der Render-Einstellungen hiermit:
Ich lasse auf 4 Threads rendern, Videoqualität auf Maximum (=15), Audio auf 195.

Auch bei verringerter Video-Qualität (23) verkürzt sich die Renderzeit kaum.

Wie kann ich eigentlich heraus finden, ob Kdenlive alle 4 Kerne der CPU nutzt? Ich sehe nur im Taskmanager, dass Kdenlive zwischen 65% und 80% CPU-Last erzeugt.
Was haben Windows und ein U-Boot gemeinsam? – Sobald man auch nur ein Fenster öffnet, gehen die Probleme los.

Benutzeravatar

Josef_K
Forum Kenner
Forum Kenner
Beiträge: 230
Registriert: Mittwoch 18. Mai 2016, 16:08
CPU: AMD Phenom II P920
GPU: AMD RS880M
Kernel: 5.5
DE: XFCE mit Fish
GPU Treiber: free
Danksagung erhalten: 16 Mal

Re: Hardwareunterstützung schwach? - Video-Rendering extrem langsam

#4

#4 Beitrag von Josef_K »

Hallo Clemens,
Clemens hat geschrieben:
Dienstag 17. März 2020, 12:28
Wie kann ich eigentlich heraus finden, ob Kdenlive alle 4 Kerne der CPU nutzt? Ich sehe nur im Taskmanager, dass Kdenlive zwischen 65% und 80% CPU-Last erzeugt.
z.B. mit htop oder gotop (gibt es im AUR) auf dem Terminal, beenden mit q.

Kdenlive ist ein Programm aus dem KDE-Universum, ich verwende deshalb fast ausschliesslich Cinelerra.

Grüsse
Josef
Zuletzt geändert von Josef_K am Dienstag 17. März 2020, 14:59, insgesamt 1-mal geändert.


Themen Author
Clemens
Forum Kenner
Forum Kenner
Beiträge: 163
Registriert: Donnerstag 9. Januar 2020, 18:16
Wohnort: Rottweil
CPU: Intel i5-7400
GPU: nVidia GTX 1650
Kernel: 5.5.19
DE: FXCE
GPU Treiber: Linux / nVidia free
Hat sich bedankt: 44 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Hardwareunterstützung schwach? - Video-Rendering extrem langsam

#5

#5 Beitrag von Clemens »

Oh ja... da ist schon so viel auf meinem PC, dass ich nicht mehr wusste, dass ich HTOP schon drauf habe. Vielen Dank für deinen Tipp.

Resultat: Ja es werden alle vier CPU-Kerne mit ca. 60 bis 75% ausgelastet. Das Rendern geschieht demnach auf allen vier Kernen.

Neues Ergebnis: Die Render-Dauer ändert sich paradoxer Weise nur wenig (ca. 20 Minuten), wenn ich die höchste Videoqualität wähle (=15) oder die Standard-Qualität mit 23.
Bei Standard-Qualität erhalte ich zurzeit ca. 490 MB Video und in hoher Qualität ca. 2,2 GB.

Irgendwo muss da der Wurm drin sein. In Hardware oder in der Software?
Was haben Windows und ein U-Boot gemeinsam? – Sobald man auch nur ein Fenster öffnet, gehen die Probleme los.

Benutzeravatar

LQ
Forum Gott
Forum Gott
Beiträge: 399
Registriert: Donnerstag 5. Januar 2017, 05:43
GPU:
Kernel:
DE:
GPU Treiber:
Hat sich bedankt: 16 Mal
Danksagung erhalten: 68 Mal

Re: Hardwareunterstützung schwach? - Video-Rendering extrem langsam

#6

#6 Beitrag von LQ »

Clemens hat geschrieben:
Dienstag 17. März 2020, 14:58
Oh ja... da ist schon so viel auf meinem PC, ...

Code: Alles auswählen

pacman -S avidemux-qt
Damit kann man Videos schneiden ohne neukodieren zu müssen. ;)

MfG
"Ceterum censeo M$ esse delendam"


Themen Author
Clemens
Forum Kenner
Forum Kenner
Beiträge: 163
Registriert: Donnerstag 9. Januar 2020, 18:16
Wohnort: Rottweil
CPU: Intel i5-7400
GPU: nVidia GTX 1650
Kernel: 5.5.19
DE: FXCE
GPU Treiber: Linux / nVidia free
Hat sich bedankt: 44 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Hardwareunterstützung schwach? - Video-Rendering extrem langsam

#7

#7 Beitrag von Clemens »

Avidemux bietet aber keine Timeline. Ich bin das Arbeiten mit der Timeline gewohnt und möchte nichts anderes. Meine Entscheidung für Kdenlive beruht auf Webrecherche. Es gibt diverse Beiträge über den Vergleich von Video-Schnittprogrammen für Linux. Und da hatte Kdenlive die Nase vorn. Als ich noch Win-7 nutzte, hatte ich

Inzwischen habe ich durch Webrecherche einige Infos gefunden, die anderen Anwendern von Kdenlive ebenfalls helfen können:

Kdenlive beruht auf dem Framework MLT. Dieses verwendet für die Hardwarebeschleunigung eine eigene Bibliothek GLSL statt der weit verbreiteten CL oder CUDA. GLSL kann offenichtlich nur wenige Vorteile aus der Nutzung der GPU einer Grafikkarte ziehen.

Das MLT-Framework kann aber auch so kompiliert werden, dass die Module Movit und Rtaudio mit enthalten sind. Nur dann steht OpenGL zur Nutzung der GPU zur Verfügung.

Diese Details werden von Kdenlive kaum erklärt. Unter "Einstellungen / Kdenlivbe einrichten / Wiedergabe" findet sich oben eine Ckeckbox zur Aktivierung von OpenGL. Geht man mit der Maus darüber, wird erklärt: GPU-Verarbeitung erfordert eine Version von MLT, die mit den Modulen Movit und Rtaudio kompiliert wurde.
Zumindest meine Kdenlive-Installation lässt die Aktivierung von OpenGL nicht zu – vermutlich, weil bei der Installation von Kdenlive das Script die Abesenheit einer GPU festgestellt hatte. Oder aber, weil die Kdenlive-Version, die für Manjaro bereit gestellt wird, von vorrneherein eine MLT-Version benutzt, die das Modul Movit nicht enthält. Erstaunlicher Weise kann ich aber in den o.g. Einstellungen betr. Wiedergabe für Audio Rtaudio aktivieren.

Um wie viel jetzt mein Kdenlive beim Rendern von einer GPU / Grafikkarte profitieren würde, ist für mich nicht absehbar. Zumindest wird das Potenzial einer GPU durch OpenGL nicht so ausgereizt, wie mit den proprietären Treibern der Grafikkarte.

Die vorstehenden Infos bezog ich zum Teil aus der Diskussion im Slashcam-Forum: https://www.slashcam.de/info/Grafikkart ... 40160.html

Würde ich jetzt einfach mal eine einfache Grafikkarte ausprobieren, so kostet diese mit 4GB DDR5-RAM und möglichst nur einem Krachmacher (Lüfter) zwischen 130 und 180 Euro. Und sie erhöht den Stromverbrauch meines aktuellen PCs um fast 100%. Und diese klaren Nachteile stehen einem nicht vorhersehbaren Geschwindigkeitsgewinn gegenüber, der zudem nur dann eintritt, wenn ich Kdenlive neu installiere und hoffe, dass das Installationsscript dann auch erkennt, dass eine MLT-Version mit den o.g. Modulen verwendet werden sollte, um OpenGL zu ermöglichen.

Offesnichtlich sieht auch das Kdenlive-Team das derzeitige Rendern als verbesserungswürdig an. So wird unter https://kdenlive.org/de/2019/04/kdenlive-version-19-04/ mitgeteilt:
Die Arbeiten zur Verbesserung der OpenGL-Unterstützung (bessere GPU-Nutzung) haben ebenfalls begonnen, sodass dieses Jahr die Grundlage für den Einstieg in die professionelle Videobearbeitung sein dürfte.
Unter dem Punkt "Rendering" schreibt das Kdenlive-Team:
Neu: Unterstützung für HW-beschleunigte Renderprofile (Experimentell).
Frage hier ins Forum:
Benutzt jemand Kdenlive mit GPU-Unterstützung durch OpenGL (wie oben beschrieben) und mag mir mitteilen, wie groß der Geschwindigkeitsvorteil beim Rendern ist, gegenüber einem Renderversuch ohne aktiviertes OpenGL?
Was haben Windows und ein U-Boot gemeinsam? – Sobald man auch nur ein Fenster öffnet, gehen die Probleme los.


Themen Author
Clemens
Forum Kenner
Forum Kenner
Beiträge: 163
Registriert: Donnerstag 9. Januar 2020, 18:16
Wohnort: Rottweil
CPU: Intel i5-7400
GPU: nVidia GTX 1650
Kernel: 5.5.19
DE: FXCE
GPU Treiber: Linux / nVidia free
Hat sich bedankt: 44 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Hardwareunterstützung schwach? - Video-Rendering extrem langsam

#8

#8 Beitrag von Clemens »

Die von mir hier begonnene Diskussion findet sozusagen ebenfalls im Kdenlive-Forum in englisch statt. Dort wollte jemand wissen, welche Hardware er für ein optimales Zusammenspiel mit Kdenlive er kaufen sollte, speziell was eine GPU-Unterstützung angeht:
https://forum.kde.org/viewtopic.php?f=2 ... 65#p429465

Resultat: Zurzeit hat Kdenlive keine echte und stabile Hardware-Unterstützung. Das Rendering erfolgt komplett per Software in der CPU. Je mehr Kerne und Threads diese CPU hat, desto schneller wird das rendering.
Die Größe des RAM ist – wie ich ja auch selbst feststellen konnte – zumindest derzeit irrelevant. Beim Rendern lädt Kdenlive anscheinend nur ein kleines Teilstück der zu rendernden Daten ins RAM und schreibt das Renderergebnis immer sofort in eine temporäre Datei, aus der nach Abschluss des Rendering die endgültige Datei gebildet wird und in den gewünschten Speicherort transferiert wird.
Folglich ist zurzeit nicht mal relevant, ob man eine SSD oder eine HDD als Systemplatte verwendet!

Und hier https://forum.kde.org/viewtopic.php?f=2 ... u#p428525 hat jemand mit der derzeitigen Kdenlive-Version versucht, mit einer Nvidia-Karte und dem Modul Movit zu rendern und erhielt grauselige Ergebnisse. Versuche mit Movit sind gemäß der Antwort von Merlimau (Kdenlive-Entwickler) wenig erfolgversprechend. Er riet dazu, auf die noch in 2020 erscheinende Kdenlive-Version mit echter GPU-Unterstützung zu warten.

Für mich bedeutet das Ganze jetzt:

1.) Um jetzt eine schnelle Lösung zu erhalten, könnte ich in die maximal leistungsfähige CPU für mein Board (KabyLake) investieren, z.B. eine i7-7700, die zurzeit rund 400 bis 450 Euro kostet mit 4 Kernen und 8 Hyperthreads und 4 GHz Takt. Die zu erwartende Verbesserung dürfte sich aber gegenüber meinem i5-7400 in Grenzen halten, denn der bietet mit 4 Kernen 4 Threads und 3,5 GHz Takt.

2.) Ich verzichte auf die Lösung 1 und warte auf eine Kdenlive-Version mit voller GPU-Unterstützung und kaufe dann eine Grafikkarte, zu der es linuxkompatible Treiber gibt, die zugleich auch die Anforderungen von Kdenlive erfüllen. Nach dem, was ich bisher zum Thema Grafikkarten und GPU für Videoschnitt gelesen habe, reicht eine einfache Grafikkarte mit 4 GB DDR5-RAM aus wie derzeit z.B. Radeon 560 / 580, (weil ich keine Spiele darauf spiele).

Klare Entscheidung für 2.
Was haben Windows und ein U-Boot gemeinsam? – Sobald man auch nur ein Fenster öffnet, gehen die Probleme los.

Antworten